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THW: Neues Forschungsprojekt „REBEKA“

Bonn. Was geschieht, wenn Einsatzkräfte der Organisationen im Zivil- und Bevölkerungsschutz im Krisen- und Katastrophenfall selbst betroffen sind? Wie können auch untrainierte Ad-Hoc-Helferinnen und -helfer die Einsatzkräfte unterstützen? Diese und weitere Fragen versucht das neue Forschungsprojekt „Resilienz von Einsatzkräften bei eigener Betroffenheit in Krisenlagen“ (REBEKA) zu beantworten.

In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der zivilen Sicherheitsforschung stetig zugenommen. Zusammen mit der Johanniter‐Unfall‐Hilfe e.V., der Technischen Hochschule Wildau, dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement der Universität Stuttgart, der Freien Universität Berlin sowie der Berufsfeuerwehr Görlitz beteiligt sich die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) an dem Projekt REBEKA. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt untersucht die Resilienz, also die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit, von Einsatzkräften auf drei Ebenen:

  1. Wie kann die Resilienz der Einsatzkräfte im Krisenmanagement im Falle einer möglichen eigenen Betroffenheit durch die Krise als Bürger gestärkt werden?
  2. Wie sollten die im Bevölkerungsschutz tätigen Organisationen und verantwortlichen Stellen für einen solchen Ausfall eingeplanter Einsatzkräfte und Ressourcen in Krisenlagen aufstellen?
  3. Wie kann die Widerstandsfähigkeit der im Bevölkerungsschutz tätigen Organisationen durch die Integration von Ad-Hoc-Helferinnen und Helfern, also Bürger ohne Einsatzerfahrung, gesteigert werden?

Die Organisationen gehen dabei einem disziplin- und institutionsübergreifenden Ansatz nach: Sie analysieren beispielsweise Themen der Disziplinen Soziologie und Psychologie, wie Risikowahrnehmung und Widerstandsfähigkeit, versuchen diese weiterzuentwickeln und dabei auch die zunehmende Verknüpfung von Technik und Gesellschaft zu berücksichtigen. Auf Basis von zwei Bemessungsszenarien will das Projekt REBEKA modular anpassbare Lösungskonzepte entwickeln und etablieren. Teil davon sind sowohl Erfahrungen kleinerer Schadensfälle, wie Starkregen, als auch größerer Katastrophen, wie dem Hochwasser 2013, damit die Lösungskonzepte später auf alle Schadensereignisse anwendbar sind. Die im Projekt entstehenden Erkenntnisse und Konzepte fließen am Ende direkt in die Praxis der im Bevölkerungsschutz tätigen Organisationen ein. Das Projekt läuft noch bis Ende des Jahres 2018.